Intrauterine Verhütung: Warum heißt die Spirale Spirale?

Am Anfang war die „Spirale“ ein Kreis. Vor etwa 100 Jahren bastelte ein Dr. Gräfenberg aus Seidenfaden und Silberdraht das erste intrauterine Verhütungsmittel: den Gräfenberg-Ring. (Gräfenberg war auch der Entdecker/Erfinder (?) des G-Punktes – aber das nur nebenbei …)

Die „Ring-Spirale“ aus Silber und Seide konnte sich allerdings als Verhütungsmethode nicht etablieren. Zu häufig kam es zu Reizungen oder Entzündungen der Gebärmutter. Dem Ur-Ring Gräfenbergs folgten also neue Modelle, von denen man sich eine bessere Verträglichkeit erhoffte. Die Formenvielfalt, mit der man experimentierte, ist beeindruckend: Neben dem Gräfenberg-Omega (ein offenes O mit Füßen) und vielen anderen bizarren Figuren gab es beispielsweise den „kopflosen Körper mit Knickfuß“, den „Tannenbaum mit Knick“ oder das „Antigon mit Flügeln“.

1960 tauchte schließlich die Spiralform auf. Aus Kupferdraht gebogen erwies sie sich als wirksam und praktikabel. Auch wenn die modernen Kupferspiralen mittlerweile die Form eines T oder einer kleinen Kette (Gynefix) haben, so ist der Name „Spirale“ als allgemeine Bezeichnung der Intrauterinpessare (IUP) geblieben.

Auch fast 60 Jahre nach der „Urmutter“ aller Spiralen wird an der Formgebung gearbeitet, um IUPs verträglicher zu machen. Die neueste Entwicklung ist zur runden Form zurückgekehrt: Der Kupferperlen-Ball (Intrauterin-Ball, IUB) verbindet modernes High-Tech-Material mit der klassischen Kugelform.

Intrauterine Verhütungsmittel

(Bild: ©2007 vienna, muvs.org)

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