Jungfräulichkeit: eindeutig uneindeutig

Die Frage nach einer Blutung beim „ersten Mal“ wird häufig gestellt. Der Hintergrund dieser Frage ist klar. Es geht um den eindeutigen Beweis – oder auch Gegenbeweis – der Jungfräulichkeit: Blutet es beim ersten Geschlechtsverkehr, war die Frau noch unberührt. Blutet es nicht, hatte sie schon einen anderen. Doch so einfach ist es nicht.

Kommt es bei einer Defloration (Entjungferung) zu einer kleineren Blutung, so entsteht diese durch die Verletzung des Jungfernhäutchens. Bei vielen Frauen jedoch ist das Hymen sehr dehnbar, durch Sport oder die Benutzung von Tampons bereits eingerissen oder auch überhaupt nicht angelegt. Tatsächlich hat die Hälfte aller Frauen bei der Entjungferung überhaupt keine Blutung.

Einen eindeutigen Beweis der Jungfräulichkeit gibt es also nicht. Auf ein garantiertes Frischesiegel müssen wir – bei Frauen wie bei Männern – verzichten. Fernab aller Fragen der Moral ist ein Blick auf die biologische Entstehung und die tatsächliche Bedeutung des Hymens interessant: Das Jungfernhäutchen ist ein Relikt aus der frühen Embryonalphase, ein Geweberest, entstanden durch die Entwicklung des Anal- und Urogenitaltraktes.

(Bild: ©istockphoto.com_jimd_stock)

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