Mit ‘Kunst’ getaggte Artikel

Kunstausstellung „Eat Art“: ein Museumstipp

Montag, 18. Oktober 2010

Wie konnte ich es nur vergessen: Meine wahre Berufung ist doch die Kunst! Es muss das tägliche Einerlei sein, das meine kreativen Triebe dämpft. Alltagstrott haut auch die stärkste Muse um.

Doch das – so habe ich jetzt gelernt – muss nicht sein. Ein Ausflug in die Ausstellung „Eat Art“ im Kunstmuseum zeigt, dass sich in Wirklichkeit Alltag und Kunst sehr nahe sind. Ach, was rede ich: Alltag ist Kunst! Alles eine Frage der Definition.

Was entsteht im Inneren einer Spülmaschine, wenn fette braune Soßenreste über ein Weinglas triefen? Kunst! Was zeigt sich nach Wochen in der vergessenen Vesperbox? Klar doch: Kunst! Eigelb an der Serviette? Mehlmotten im Frühstücksmüsli? Maden im Katzenfutter? Kunst. Kunst. Kunst. Man muss nur genau hingucken.

Tief beeindruckt war ich von einer besonders gelungenen Installation, die derzeit in den Ausstellungsräumen des Stuttgarter Kunstwürfels an der Wand klebt: „Kinderkotze – Buchstabennudeln in Tomatensoße“. Na, da macht sich doch Entsetzen breit. Was war ich bislang für ein Banause! Welche Kunstwerke habe ich in meinem Leben schon – wisch und weg – vernichtet! Unwiederbringliche Chancen eines künstlerischen Coming Outs. Verpasst und verpfuscht. Aus und vorbei. Ach, was hätte aus mir doch alles werden können…

Die Ausstellung (sinnlich, vergnüglich, empfehlenswert!) geht noch bis zum 9.1.2011.

Eat Art im Kunstmuseum Stuttgart

Lange Nacht der Museen: Schluss mit Winterschlaf!

Mittwoch, 03. März 2010

Spätestens am Samstag, den 20. März lohnt es sich, Kuschelcouch und Pantoffelkino zu endlich wieder zu verlassen. Da ist nicht nur Frühlingsanfang, da findet auch die lange Nacht der Museen statt – und die sollte man wirklich nicht verpassen!

Zwischen 19.00 und 2.00 Uhr morgens kann man nicht nur die bekannten Museen wie die Staatsgalerie, das Mercedes-Benz-, Porsche- oder Linden-Museum besuchen. Private Galerien und Künstlerateliers präsentieren sich ebenso wie z.B. die Feuerbacher Moschee, das italienische Kulturzentrum oder – ganz schräg – ein Bestattungsinstitut (mit Sargsammlung!). Kunst und Kultur, Theater und Musik gibt’s an allen 90 Veranstaltungsorten. Shuttle-Busse bringen die Besucher von A nach B.

Ob nun das Bunkerhotel unter dem Marktplatz (ein Muss für Einsteiger!), die nächtlichen Wagenhallen im Schein der Lagerfeuer, Hafentour oder eine gepflegte Weinprobe in der Kelterei: Das Programm ist riesig und lässt sich nach Lust und Laune kombinieren.

Von langen Warteschlangen und überfüllten Bussen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wer erstmal drin ist, gehört dazu. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, gut gelaunt, geschwätzig und voller Energie. Schluss mit Kuschelcouch und Winterschlaf!

Lange Nacht der Museen


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