Archiv für die Kategorie ‘Schwangerschaft’

Grippeschutzimpfung auch für Schwangere

Montag, 08. Oktober 2018

Grippeschutzimpfung, InfluenzaEigentlich würde ich ja lieber etwas über Frühlingsgefühle schreiben, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken und sollten den Stier bei den Hörnern packen. Das Thema der Saison heißt Grippeschutzimpfung und die alljährliche Frage lautet „Impfen ja oder impfen nein?“

Die Antwort aller Ärzte, Gesundheitsorganisationen und Krankenkassen ist eindeutig: Impfen ja. Empfohlen wird die Impfung gegen die saisonale Grippe für ältere Menschen, für chronisch Kranke und für all diejenigen, die mit vielen Menschen zusammenkommen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Influenza ausdrücklich auch für Schwangere.

Es ist ein gutes Gefühl, gesundheitsbewusst und wohl gerüstet in die kalte Jahreszeit zu starten und so bieten wir ab sofort allen unseren Patientinnen – insbesondere den werdenden Müttern – die Impfung gegen die saisonale Influenza an.

www.impfen-info.de

(Bild: ©iStockphoto.com_Blue_Cutler)

Frauenbild der 60er-Jahre:
Ewigkeiten her?

Mittwoch, 04. April 2018

AusstellungVor kurzem war ich in der 60-er Jahre-Ausstellung im Haus der Geschichte. Eine überschaubare und kurzweilige Präsentation, lohnenswert und voller Begegnungen mit vergessen geglaubten Parolen, Rhythmen und Moden: Notstandsgesetze und Vietnamkrieg, Beatmusik und E-Gitarre, Minirock und Maxikleid – Ewigkeiten her!

Nettes Ausstellungsstück: Anovlar 21, die Anti-Baby-Pille aus dem Jahr 1964. Ein echter Hormonhammer – verglichen mit der Pille von heute. Ein Hammer auch die damalige Verschreibungspraxis. Die Verhütungspille gab es nur für Frauen, die schon Kinder hatten und verheiratet (!) waren.

Die Sorge der Ärzte/Männer/Politiker um die sexuelle Moral war groß und das Frauenbild – sagen wir mal – „schräg“. Wer weiß, was Frauen alles anstellen, wenn sie erstmal losgelassen … Was war das nur für eine bizarre Vermischung von ärztlicher Betreuung und moralischer Bevormundung erwachsener Frauen? Ewigkeiten her und heute kaum mehr vorstellbar!

Ewigkeiten her? Heute kaum mehr vorstellbar? Betrachten wir doch mal die aktuelle Diskussion um den § 219a StGB – dem so genannten „Werbeverbot für Abtreibungen“. Allein die Information über das Leistungsspektrum einer Praxis gilt als Werbung und ist verboten. Demzufolge hat es eine Frau in Not, die sich eigenständig und ausführlich informieren will, selbst im Zeitalter des Internets unnötig schwer. Informationen gibt es nur über die Beratungsstellen. Eigenständigkeit ist nicht gewollt, Bevormundung sehr wohl.

Über das Frauenbild von 1964 kann ich gerne lachen. Geschenkt. Ewigkeiten her. Aber im Jahr 2018 sind wir weiter und die Bevormundung erwachsener Frauen ist nicht mehr witzig, sie ist einfach absurd.

Die 60er Jahre in Baden-Württemberg

Mutterschutz: Neue Regelungen 2018

Freitag, 05. Januar 2018

Schwangerschaft_TippsDer Mutterschutz war in die Jahre gekommen. Seit 1952 hatte sich kaum etwas an den gesetzlichen Regelungen zum Schutz schwangerer Frauen und Mütter getan. Seit Beginn des neuen Jahres ändert sich das nun.

Das Mutterschutzgesetz wurde modernisiert und der heutigen Lebenswirklichkeit angepasst. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören

  • die Ausweitung des Schutzes auch auf Schülerinnen und Studentinnen
  • die Verlängerung der Schutzfrist bei Früh- und Mehrlingsgeburten sowie bei einem Kind mit Behinderung
  • der besondere Kündigungschutz bei einer Fehlgeburt nach dem 4. Monat
  • die Verpflichtung des Arbeitgebers für einen gefahrlosen Arbeitsplatz zu sorgen
  • die individuelle Gestaltungsmöglichkeit von Feiertags- und Nachtarbeit (bis 22.00 Uhr)

Schwangere und Mütter sollten sich über den Schutz, der ihnen und ihrem Kind in dieser besonderen Lebensphase zusteht, gut informieren:

Mutterschutzgesetz

Pränatal-Moovies im Internet

Dienstag, 12. September 2017

youtube_pregnancy_klUltraschallbilder eines ungeborenen Kindes sind immer faszinierend. 3D-Ultraschallaufnahmen sind – zumindest für medizinische Laien – dabei besonders beeindruckend.

Manchmal gelingt auch die Aufnahme bewegter Sequenzen, kleine Videofilme, ein sogenannter 4D-Ultraschall. Doch das ist nicht garantiert und klappt nur bei sehr guten Schallbedingungen und einer günstigen Lage des Kindes.

Gut also, dass es das Internet gibt. So können wir uns jederzeit ansehen, was moderne bildgebende Verfahren aus dem Dunkel des Mutterleibs ans Tageslicht zaubern können. So zum Beispiel ein kleines Video eines ungeborenen Kindes in der 30. Schwangerschaftswoche – Aufnahmen, die übrigens nicht per Ultraschall sondern durch ein MRT, eine Magnetresonanztomografie gemacht wurden.

MRI during pregnancy

Alkohol in der Schwangerschaft:
Null-Promille ohne Wenn und Aber!

Freitag, 20. Januar 2017

Während der Schwangerschaft gilt die Null-Promille-Grenze. Ohne Wenn und Aber. Denn auch geringe Mengen an Alkohol können schwere Schäden beim Ungeborenen hervorrufen.

Wer allerdings vermutet, das sei allgemein bekannt und akzeptiert, wird durch die erschreckenden Zahlen einer neuen Untersuchung eines Besseren belehrt: Weltweit trinkt fast jede zehnte werdende Mutter Alkohol. In Deutschland greift sogar jede vierte Schwangere zum Glas.

Eine breite Aufklärung tut not. In Europa leiden rund 37 von 10.000 Neugeborenen an den Folgen des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft. Damit tritt das fetale Alkoholsyndrom häufiger auf als die Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Spiegel Online: Schwangerschaft und Alkohol
BZgA: Infos für Schwangere
Tipps für die Schwangerschaft

(Bild: ©iStockphoto.com)

Pränatale Diagnostik Stuttgart: Down Syndrom Bluttest

Samstag, 10. Dezember 2016

Down Syndrom BluttestDen pränatalen DNA-Test zur frühzeitigen Feststellung einer Trisomie (z.B. Down Syndrom) gibt es nun schon seit einigen Jahren. Immer häufiger nutzen werdende Eltern dieses Angebot der nicht-invasiven pränatalen Diagnostik. Auch in unserer Praxis gehört der „Harmony-Test“ zum Alltag.

Über eine einfache Blutuntersuchung der werdenden Mutter lässt sich die Wahrscheinlichkeit ermitteln, mit der das ungeborene Kind eine Trisomie oder eine Störung der Geschlechtschromosomen hat. Der Bluttest kann schon ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden und hat bei der Trisomie 21 eine Entdeckungsrate von über 99%.

Eine Treffsicherheit von fast 100% ist beeindruckend. Ein unauffälliges Testergebnis kann leicht den Eindruck vermitteln, auch weitere mögliche Behinderungen des Ungeborenen seien damit ausgeschlossen. Doch diese Sicherheit ist trügerisch. Der pränatale DNA Test eignet sich allein zur Risikoberechnung bestimmter Chromosomenstörungen und sollte nur in Kombination mit einem feindiagnostischen Ultraschall durchgeführt werden.

Der pränatale DNA-Test ist umstritten und löst immer wieder Diskussionen aus. Die Kritiker warnen vor einer zunehmenden frühen Selektion von Behinderten. Tatsächlich entscheiden sich die meisten werdenden Eltern nach einer Down-Syndrom-Diagnose für den Abbruch der Schwangerschaft. Kommt unter natürlichen Bedingungen eines von ca. 660 Kindern mit einer Trisomie 21 auf die Welt, so sind es heute in Deutschland weniger als eines von 2000 Kindern. Die Befürworter hingegen betonen, dass der Einsatz des harmlosen Tests zu einem Rückgang invasiver Untersuchungen wie z.B. Fruchtwasseruntersuchungen führt und damit die Zahl der eingriffsbedingten Fehlgeburten senkt.

Die Entscheidung für oder gegen einen solchen Test ist nicht leicht und muss gut überlegt sein. Werdende Eltern sollten sich frühzeitig und umfassend informieren.

Pränataler DNA-Test, Down Syndrom Bluttest

(Bild: ©iStockphoto.com/YinYang)

Trisomie 21: Test auf Down-Syndrom bald Kassenleistung?

Donnerstag, 25. August 2016
11. Schwangerschaftswoche

12. Schwangerschaftswoche

Der Bluttest zur Früherkennung von Trisomie 21 (Down-Syndrom) und anderen Chromosomenstörungen  wie z.B. Trisomie 13 und 18 wird von den gesetzlichen Kassen derzeit nicht bezahlt. Das könnte sich aber bald ändern.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) will prüfen, ob Bluttests in der Schwangerschaft zur Früherkennung des Down-Syndroms künftig von den Krankenkassen bezahlt werden.

Dies wird zu einer breiten gesellschaftspolitischen Diskussion führen. Während die Kritiker des Pränataltests ethische und moralische Bedenken haben, verweisen die Befürworter auf die Vorteile des Bluttests gegenüber invasiven pränataldiagnostischen Untersuchungen wie z.B. einer Fruchtwasserpunktion.

Zum Einstieg in die Diskussion zwei interessante Links:

Spiegel-online
Deutsches Ärzteblatt

Hebammensprechstunde in Stuttgart

Freitag, 20. Mai 2016

Hebammensprechstd._kl.Es ist in Stuttgart nicht einfach, eine Hebamme zu finden, die die Betreuung während der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Geburt übernehmen kann. Doch der Bedarf an professioneller Unterstützung für werdende Mütter und Wöchnerinnen ist groß.

Um den Versorgungsengpass etwas zu entschärfen, bietet pro familia Stuttgart nun eine offene Hebammensprechstunde an. Das Angebot richtet sich an alle werdenden Mütter und Väter, die Fragen zu den Veränderungen in der Schwangerschaft oder zur Entwicklung ihres Kindes haben.

Sie erhalten Informationen z.B. bei Beschwerden und zur richtigen Ernährung und werden bei der Suche nach einem Geburtsvorbereitungskurs sowie der passenden Entbindungsklinik unterstützt. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos.

Die offene Hebammensprechstunde findet jeden ersten Montag im Monat von 15.00 bis 18.00 Uhr in der Theodor-Heuss-Str. 23 in Stuttgart statt.
Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Um Wartezeiten und Terminverschiebungen zu vermeiden, bittet pro familia jedoch um eine telefonische Anmeldung unter 0711 – 656 790-6

Offene Hebammensprechstunde in Stuttgart

 

Pränataldiagnostik: Recht auf Nichtwissen

Montag, 14. März 2016
14. SSW_2D_US

14. Schwangerschaftswoche

Ein lesenswerter Artikel auf Spiegel online:

In der Schwangerschaft begleitet viele Frauen die Angst, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmen könnte. Die Pränataldiagnostik kann Hinweise auf Krankheiten liefern, birgt aber auch das Risiko falscher Diagnosen und einer großen psychischen Belastung für die Eltern.

Daher sollte man sich vor einer solchen Untersuchung überlegen, welche Folgen ein auffälliger Befund hätte. Am Ende steht oft die Frage: Würde man das Kind bekommen wollen, auch wenn es möglicherweise krank oder behindert ist?



  Untersuchungen während der Schwangerschaft

Schwangerschaft: Toxoplasmose-Gefahr unterschätzt?

Mittwoch, 09. März 2016
37. Schwangerschaftswoche

37. Schwangerschaftswoche

Wir wissen das: Nicht alle Untersuchungen, die empfehlenswert sind, werden auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Das mag ärgerlich oder auch fragwürdig sein, wenn dies die medizinische Betreuung während einer Schwangerschaft betrifft. Schließlich möchten alle werdenden Eltern das Beste für ihr Kind.

Doch auch die Mutterschaftsrichtlinien basieren nicht nur auf medizinischen Erkenntnissen, sondern auch auf einer wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Berechnung. Umso wichtiger ist es, sich selbst gut zu informieren, um entscheiden zu können, welche Untersuchungen über die Routinemaßnahmen hinaus sinnvoll sind.

Neue medizinische Erkenntnisse betreffen die Gefahr einer Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft, die offenbar häufig unterschätzt wird. Der Test, der Aufschluss darüber gibt, ob eine Schwangere gegen eine Toxoplasmose-Infektion immun oder durch eine Erstinfektion gefährdet ist, wird von den Kassen bislang nur übernommen, wenn ein begründeter Infektionsverdacht vorliegt. Die Durchführung des Tests als individuelle Gesundheitsleistung, d.h. auf eigene Kosten, ist aber durchaus empfehlenswert.

Allen, die sich informieren möchten, empfehlen wir folgende Artikel:

Spiegel-online: Toxoplasmose-Gefahr unterschätzt

Deutsches Ärzteblatt: Toxoplasmose häufig unentdeckt


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