Archiv für die Kategorie ‘Schwangerschaft’

Corona-Impfung: Schwangere und Neugeborene schützen!

Donnerstag, 07. Januar 2021

istockphoto.com_trait2lumiere_klSchwangere können sich erst einmal nicht gegen das Corona-Virus impfen lassen.
Der Grund ist einfach: Noch fehlen die wissenschaftlichen Daten zu Wirkungsweise und Verträglichkeit des Corona-Impfstoffes während der Schwangerschaft.

Werdende Mütter und Kinder unterliegen einem besonderen Schutz und gehören schon aus ethischen Gründen prinzipiell nicht zu den Testpersonen bei der Neuentwicklung eines Medikaments. Für sie ist ein Impfstoff gegen COVID 19 also noch nicht zugelassen.

Empfohlen wird hingegen die Impfung für die engen Kontaktpersonen von Schwangeren.
Sie zählen, zu der Gruppe, die mit „hoher Priorität“ geimpft werden soll – so die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums.

Diese Impfempfehlung sollten alle, die davon betroffen sind, ernst nehmen – auch wenn sie sich selbst als „ungefährdet“ betrachten. Die Impfung gegen SARS-CoV2 ist für werdende Väter, Familienmitglieder sowie alle, die beruflich mit Schwangeren zu tun haben, ein Akt der Rücksichtnahme und Solidarität. Denn entgegen einer anfänglich Vermutung der Wissenschaftler deuten neueste Studienergebnisse darauf hin, dass bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nicht auszuschließen ist.
(Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.)

Für alle, die sich informieren wollen:

Corona-Schutzimpfung: FAQ

Die YouTube-Playlist des RKI

 

Babyfernsehen oder Ultraschallkontrolle?

Mittwoch, 30. Dezember 2020

23+1 kl„Babykino ab 2021 verboten“ – die Überschrift ist kurz, klar, knackig. Eine gute Schlagzeile, ein echter Hingucker.

Was zum Jahreswechsel in vielen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Portalen zu lesen ist, wird werdende Eltern vermutlich beunruhigen. Ist Ultraschall so schädlich, dass er verboten werden muss? Werden Ultraschall-Untersuchungen während der Schwangerschaft auf drei Routine-Kontrollen reduziert? Gibt es fortan keine Bilder vom künftigen Sprössling mehr?

Die flotte Schlagzeile wirft Fragen auf. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchten wir an dieser Stelle folgende Punkte betonen:

  • Babyfernsehen „just for fun“ – also eine Ultraschalluntersuchung ohne medizinische Indikation – darf künftig nicht mehr angeboten werden.
  • Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Schwangerenbetreuung sind bei einer medizinischen Indikation bzw. Fragestellung weiterhin erlaubt – auch wenn sie nicht zur Routineversorgung gehören.
  • Wir bieten weiterhin Leistungen wie Nackenfalten-Messung mit Ersttrimester-Screening, feindiagnostischen Organ-Ultraschall oder zusätzlichen Ultraschall zur Verlaufskontrolle als Selbstzahlerleistung an.
  • Ob eine medizinische Indikation vorliegt oder nicht, entscheiden die Ärztin oder der Arzt. Zu einer medizinischen Indikation gehört explizit auch der Wunsch der werdenden Mutter zu wissen, „ob alles in Ordnung“ ist. Bilder der Untersuchung dürfen mitgegeben oder über FetView zugänglich gemacht werden.
  • Eine professionell durchgeführte Ultraschalluntersuchung ist für das ungeborene Kind unschädlich. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die eine Gesundheitsbelastung durch angemessen eingesetzten Ultraschall nachweist. Dies gilt auch für den 3D-Ultraschall.

Wer alles noch etwas genauer wissen will:

Stellungnahme des Bundesverbandes der Frauenärzte

Grippe und Keuchhusten: Impfungen für Schwangere

Dienstag, 15. September 2020

Keuchhusten kl.Seit Jahren schon bieten wir unseren schwangeren Patientinnen die jährliche Impfung gegen die saisonale Grippe (Influenza) an.
Die Grippeschutzimpfung wird für werdende Mütter ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel ausdrücklich empfohlen. Wir haben nun die erste Lieferung des Impfstoffes erhalten und mit dem Impfen begonnen.

Neu ist nun auch die Keuchhusten-Impfung dazu gekommen. Empfohlen wird sie für Schwangere ab dem 3. Schwangerschaftsdrittel  – unabhängig davon, ob vorher schon einmal eine Impfung erfolgt ist.
Durch die Keuchhusten-Impfung während der Schwangerschaft werden die Antikörper auf das Ungeborene übertragen und bieten so einen wichtigen Nestschutz für die ersten Lebensmonate.

 

 

Impfempfehlungen für Schwangere
Grippeschutzimpfung
Keuchhusten-Impfung für Schwangere – unser Infoblatt zum Download

Grippeschutz für Schwangere: Wir impfen wieder!

Donnerstag, 26. September 2019

Grippeschutzimpfung, InfluenzaEigentlich würde ich ja lieber etwas über Frühlingsgefühle schreiben, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken und sollten den Stier bei den Hörnern packen. Das Thema der Saison heißt Grippeschutzimpfung und die alljährliche Frage lautet „Impfen ja oder impfen nein?“

Die Antwort aller Ärzte, Gesundheitsorganisationen und Krankenkassen ist eindeutig: Impfen ja. Empfohlen wird die Impfung gegen die saisonale Grippe für ältere Menschen, für chronisch Kranke und für all diejenigen, die mit vielen Menschen zusammenkommen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Influenza ausdrücklich auch für Schwangere.

Es ist ein gutes Gefühl, gesundheitsbewusst und wohl gerüstet in die kalte Jahreszeit zu starten und so bieten wir ab sofort allen unseren Patientinnen – insbesondere den werdenden Müttern – die Impfung gegen die saisonale Influenza an.

www.impfen-info.de

(Bild: ©iStockphoto.com_Blue_Cutler)

Down-Syndrom Test: Kassenleistung im Risikofall

Freitag, 20. September 2019
12+0 kl

Beginn 13. Schwangerschaftswoche

Den pränatalen DNA-Test zur frühzeitigen Feststellung einer Trisomie (z.B. Down Syndrom/Trisomie 21) gibt es in Deutschland seit 2012. Fast ebenso lange gibt es die Diskussion über eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen.

Die Prüfung des Sachverhalts hat eine Weile gedauert, nun ist sie abgeschlossen:

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen hat sich darauf geeinigt, dass die Kosten bei „besonderen Risiken und zur Abklärung von Auffälligkeiten“ übernommen werden – fordert aber eine bessere Aufklärung durch die Ärzte. Routinemäßige Tests oder eine Kostenübernahme nur aufgrund des Alters der Schwangeren sind nicht geplant.

Die Forderung von Patientenvertretern, den Test erst ab der 12. Schwangerschaftswoche zu erlauben, um einen eventuellen Schwangerschaftsabbruch zu erschweren oder unmöglich zu machen, wurde abgelehnt. In Kraft tritt die Neuregelung frühestens im Herbst 2020.

Nach wie vor bleibt der pränatale DNA-Test umstritten und die gesellschaftliche Diskussion dürfte weitergehen. Die Kritiker warnen vor einer zunehmenden frühen Selektion von Behinderten, da die meisten Schwangeren sich bei einer Down-Syndrom-Diagnose zum Abbruch der Schwangerschaft entscheiden. Die Befürworter hingegen betonen, dass der Einsatz des harmlosen Tests (eine einfache Blutuntersuchung der werdenden Mutter) zu einem Rückgang invasiver Untersuchungen wie z.B. Fruchtwasseruntersuchungen führt und damit die Zahl der eingriffsbedingten Fehlgeburten senkt.

Für die meisten werdenden Eltern, die in unserer Praxis immer häufiger den „Harmony-Test“ durchführen lassen, wird sich kurzfristig nichts ändern. Wieder einmal zeigt aber die Diskussion, wie wichtig es ist, sich mit den Möglichkeiten, Grenzen und ethischen Fragestellungen der pränatalen Diagnostik auseinanderzusetzen.

Pränataler DNA-Test, Down Syndrom Bluttest
Spiegel.online: Was Sie zu Bluttests auf Down-Syndrom wissen müssen

 

Das Mutterpass-Heftchen: Ein Nachruf

Dienstag, 03. September 2019

Der Mutterpass wurde in Deutschland 1961 eingeführt. Seit fast 60 Jahren gibt es nun das kleine hellblaue Heftchen, in das die wichtigsten Untersuchungsergebnisse der Mutterschaftsvorsorge eingetragen werden. Hin und wieder  gab es mal die eine oder andere Neuerung, aber im Großen und Ganzen ist der Mutterpass geblieben, was er schon immer war: ein kleines Büchlein, mit Laboraufklebern und oft unleserlichen handschriftlichen Eintragungen.

Nüchtern betrachtet ist das gute alte Mutterpass-Heftchen in die Jahre gekommen und will in ins digitale Zeitalter nicht mehr recht passen. Der Mutterpass 2.0 – internetfähig und Smartphone-kompatibel – steht schon längst in den Startlöchern.

Auch wenn es viele gute Argumente für einen Online-Mutterpass gibt, der künftig natürlich auch ausgedruckt in die Handtasche passen wird, ist mein persönlicher Abschied vom analogen Heftchen etwas wehmütig. Denn der Mutterpass ist ja mehr als nur die schriftliche Dokumentation medizinischer Untersuchungsergebnisse.

Noch bevor sich bei der werdenden Mutter der Bauch wölbt, ist der Mutterpass der sichtbare Beweis der Schwangerschaft, er ist Halt und Hoffnung in der ersten Zeit der Unsicherheit. Man kann ihm ein selbst genähtes Mäntelchen anziehen, ihn mit Notizzetteln, Rezepten und Ultraschallbildern vollstopfen und die Kaffeetasse darauf abstellen. Am Ende einer Schwangerschaft hat das Leben auch auf dem Mutterpass seine Spuren hinterlassen und ihm einen ganz besonderen ideellen Wert gegeben. Ich bin gespannt, ob der Online-Mutterpass da mithalten kann …

Online-Dokumentation der Mutterschaftsvorsorge über FetView

Frauenbild der 60er-Jahre:
Ewigkeiten her?

Mittwoch, 04. April 2018

AusstellungVor kurzem war ich in der 60-er Jahre-Ausstellung im Haus der Geschichte. Eine überschaubare und kurzweilige Präsentation, lohnenswert und voller Begegnungen mit vergessen geglaubten Parolen, Rhythmen und Moden: Notstandsgesetze und Vietnamkrieg, Beatmusik und E-Gitarre, Minirock und Maxikleid – Ewigkeiten her!

Nettes Ausstellungsstück: Anovlar 21, die Anti-Baby-Pille aus dem Jahr 1964. Ein echter Hormonhammer – verglichen mit der Pille von heute. Ein Hammer auch die damalige Verschreibungspraxis. Die Verhütungspille gab es nur für Frauen, die schon Kinder hatten und verheiratet (!) waren.

Die Sorge der Ärzte/Männer/Politiker um die sexuelle Moral war groß und das Frauenbild – sagen wir mal – „schräg“. Wer weiß, was Frauen alles anstellen, wenn sie erstmal losgelassen … Was war das nur für eine bizarre Vermischung von ärztlicher Betreuung und moralischer Bevormundung erwachsener Frauen? Ewigkeiten her und heute kaum mehr vorstellbar!

Ewigkeiten her? Heute kaum mehr vorstellbar? Betrachten wir doch mal die aktuelle Diskussion um den § 219a StGB – dem so genannten „Werbeverbot für Abtreibungen“. Allein die Information über das Leistungsspektrum einer Praxis gilt als Werbung und ist verboten. Demzufolge hat es eine Frau in Not, die sich eigenständig und ausführlich informieren will, selbst im Zeitalter des Internets unnötig schwer. Informationen gibt es nur über die Beratungsstellen. Eigenständigkeit ist nicht gewollt, Bevormundung sehr wohl.

Über das Frauenbild von 1964 kann ich gerne lachen. Geschenkt. Ewigkeiten her. Aber im Jahr 2018 sind wir weiter und die Bevormundung erwachsener Frauen ist nicht mehr witzig, sie ist einfach absurd.

Die 60er Jahre in Baden-Württemberg

Mutterschutz: Neue Regelungen 2018

Freitag, 05. Januar 2018

Schwangerschaft_TippsDer Mutterschutz war in die Jahre gekommen. Seit 1952 hatte sich kaum etwas an den gesetzlichen Regelungen zum Schutz schwangerer Frauen und Mütter getan. Seit Beginn des neuen Jahres ändert sich das nun.

Das Mutterschutzgesetz wurde modernisiert und der heutigen Lebenswirklichkeit angepasst. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören

  • die Ausweitung des Schutzes auch auf Schülerinnen und Studentinnen
  • die Verlängerung der Schutzfrist bei Früh- und Mehrlingsgeburten sowie bei einem Kind mit Behinderung
  • der besondere Kündigungschutz bei einer Fehlgeburt nach dem 4. Monat
  • die Verpflichtung des Arbeitgebers für einen gefahrlosen Arbeitsplatz zu sorgen
  • die individuelle Gestaltungsmöglichkeit von Feiertags- und Nachtarbeit (bis 22.00 Uhr)

Schwangere und Mütter sollten sich über den Schutz, der ihnen und ihrem Kind in dieser besonderen Lebensphase zusteht, gut informieren:

Mutterschutzgesetz

Pränatal-Moovies im Internet

Dienstag, 12. September 2017

youtube_pregnancy_klUltraschallbilder eines ungeborenen Kindes sind immer faszinierend. 3D-Ultraschallaufnahmen sind – zumindest für medizinische Laien – dabei besonders beeindruckend.

Manchmal gelingt auch die Aufnahme bewegter Sequenzen, kleine Videofilme, ein sogenannter 4D-Ultraschall. Doch das ist nicht garantiert und klappt nur bei sehr guten Schallbedingungen und einer günstigen Lage des Kindes.

Gut also, dass es das Internet gibt. So können wir uns jederzeit ansehen, was moderne bildgebende Verfahren aus dem Dunkel des Mutterleibs ans Tageslicht zaubern können. So zum Beispiel ein kleines Video eines ungeborenen Kindes in der 30. Schwangerschaftswoche – Aufnahmen, die übrigens nicht per Ultraschall sondern durch ein MRT, eine Magnetresonanztomografie gemacht wurden.

MRI during pregnancy

Alkohol in der Schwangerschaft:
Null-Promille ohne Wenn und Aber!

Freitag, 20. Januar 2017

Während der Schwangerschaft gilt die Null-Promille-Grenze. Ohne Wenn und Aber. Denn auch geringe Mengen an Alkohol können schwere Schäden beim Ungeborenen hervorrufen.

Wer allerdings vermutet, das sei allgemein bekannt und akzeptiert, wird durch die erschreckenden Zahlen einer neuen Untersuchung eines Besseren belehrt: Weltweit trinkt fast jede zehnte werdende Mutter Alkohol. In Deutschland greift sogar jede vierte Schwangere zum Glas.

Eine breite Aufklärung tut not. In Europa leiden rund 37 von 10.000 Neugeborenen an den Folgen des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft. Damit tritt das fetale Alkoholsyndrom häufiger auf als die Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Spiegel Online: Schwangerschaft und Alkohol
BZgA: Infos für Schwangere
Tipps für die Schwangerschaft

(Bild: ©iStockphoto.com)


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