Mit ‘Pille’ getaggte Artikel

Thrombose-Risiko Pille

Sonntag, 01. November 2015

Thrombose-Risiko PilleDie Einnahme der Pille ist mit einem erhöhten Thrombose-Risiko verbunden. Das ist seit Jahren bekannt. Dennoch ist die Anti-Baby-Pille das Verhütungsmittel Nr. 1. Allein in Deutschland verhüten sechs Millionen Frauen mit einem hormonellen Kontrazeptivum.

Da jedoch auch andere Faktoren wie z.B. Übergewicht, Rauchen und Alter das Thrombose-Risiko beeinflussen, ist Suche nach einer sicheren Verhütungsmethode auch eine Sache der Abwägung und eine individuelle Entscheidung.

Die Pille mit ihren riskanten Nebenwirkungen ist nun wieder neu in die Diskussion geraten. Grund dafür sind die Pillensorten der so genannten dritten und vierten Generation, die synthetische Gestagene wie Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon enthalten. Dass die neuen Pillen keine besseren Pillen sind, zeigte sich schnell an einer steigenden Zahl von Thrombosefällen. Untersuchungen der amerikanischen und europäischen Arzneimittelbehörden haben die erhöhte Gefährdung durch die modernen Pillen bestätigt.

Die Debatte um die hormonellen Verhütungsmittel wird selbstverständlich auch im Internet geführt:

Eine gute Entscheidungshilfe für alle, die ohne Hormone verhüten möchten,
ist der
Spiralenfinder

(Bild: ©istockphoto.com_gilaxia)

PilleReminder: Empfehlenswerte App fürs Handy

Dienstag, 29. September 2015

pille-bearbSeit Neuestem gibt es über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine gute Erinnerungs-App für die tägliche Pilleneinnahme. Die Anwendung „Vergissmeinnicht“ ist kostenlos und ohne Werbung. „Vergissmeinnicht“ wurde für Android-Geräte entwickelt und kann unter www.bzga.de/vergissmeinnicht heruntergeladen werden.

Die App funktioniert denkbar einfach: Je nachdem, welches Pillenpräparat die Frau einnimmt, kann sie in den Einstellungen zwischen einer 21- oder 28-Pillen-Packung wählen. Dann muss nur noch mittels der Kalenderfunktion der aktuelle Zyklustag eingegeben und die gewünschte Einnahmezeit eingestellt werden. Das „Memo“ von „Vergissmeinnicht“ erinnert dann täglich zur festgelegten Zeit an die Pille.

(Bild: istockphoto.com_Shantell)

Pille für den Mann: Maus müsste man sein!

Mittwoch, 08. Juni 2011

pille_fuer_mannLiebe, Lust und Leidenschaft sind – meistens jedenfalls – gemeinschaftliche Vergnügungen. Das hat die Natur so eingerichtet. Zur Liebe gehören immer zwei. Zum Kinder zeugen auch!
Wenn es allerdings darum geht, eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhüten, dann ist meist nur einer der beiden Partner gefragt: Verhütung ist in fast allen Beziehungen Frauensache.

Doch das soll nun anders werden. Bei den Mäusen ist es schon so weit. In den USA haben Forscher einen Wirkstoff entwickelt, der die Produktion der Spermien vorübergehend stoppt – zumindest bei den Mäusemännchen. Sollte sich die Mäusepille auch bei langfristiger Einnahme als unschädlich erweisen, könnten die ersten klinischen Studien für den Einsatz beim Menschen beginnen.

Zweifel am Erfolg sind angebracht. Versprechungen dieser Art gibt es seit Jahren, auf die Pille für den Mann warten wir immer noch. Maus müsste man sein!

Pille West und Pille Ost: deutsch-deutsche Verhütung

Sonntag, 03. Oktober 2010

3. Oktober – heute ist ein besonderer Tag. Heute schreibe ich einen Blog zur deutschen Einheit. Das bin ich dem historischen Datum schuldig. Auf den ersten Blick mag das für einen Praxisblog unpassend sein. Aber die deutsch-deutsche Vergangenheit hat viele Facetten. Auch eine gynäkologische.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Geschichte der Verhütungsmittel. 1961 kam in der Bundesrepublik Deutschland das erste hormonelle Kontrazeptivum auf den Markt: die Pille. Ihre Einführung glich einer gesellschaftlichen Revolution und löste anfangs kontroverse Diskussionen über den Verfall der Werte und den Niedergang der Familie aus.

Vier Jahre später war es auch jenseits der Mauer soweit. 1965 wurde in der DDR das neue hormonelle Verhütungsmittel zugelassen und staatlich gefördert. Ab 1972 erhielten die ostdeutschen Frauen die Pille kostenlos. Aus arbeitsmarktpolitischen und ideologischen Gründen eine konsequente Maßnahme. Die Erwerbstätigkeit der Frauen war eine wirtschaftliche Notwendigkeit und ein wichtiger Aspekt im sozialistischen Selbstverständnis der DDR.

Interessantes Detail der deutsch-deutschen Sprachgeschichte: Während das neue Verhütungsmittel im Westen schnell unter dem Namen „Anti-Baby-Pille“ bekannt wurde, entschied man sich im Osten für die Bezeichnung „Wunsch-Kind-Pille“.

(Bild: istockphoto.com_Shantell)

Die Pille für den Mann: Neue Hoffnung?

Mittwoch, 24. Februar 2010

Das Wichtige vorweg: Nein, die Pille für den Mann gibt es noch nicht. Lange war sie uns versprochen, aber sie ist immer noch nicht auf dem Markt.

Dabei stand der Durchbruch schon einmal kurz bevor. Mit einer Kombination aus Hormonimplantat und regelmäßigen Spritzen sollte der verantwortungsvolle Partner für die Zeugungsverhütung sorgen. Das Produkt war bereits in der Erprobungsphase. Ganz ehrlich: Es wäre schön gewesen, nach all den Jahren der Pillenschluckerei, einfach sagen zu können „Schatz, ab heute bist du dran!“

Doch dann war der Traum erst einmal ausgeträumt. Das Ergebnis der Testphase war ernüchternd: Zu kompliziert in der Anwendung, zu heftig in den Nebenwirkungen. Kein Mann hätte sich ernsthaft auf ein solches Abenteuer eingelassen. Vor drei Jahren zogen sich die Pharmafirmen aus der Erforschung eines hormonellen Verhütungsmittels für den Mann zurück.

Nun aber gibt es einen neuen Anlauf und damit neue Hoffnung auf Gleichberechtigung in Verhütungsfragen. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird an den Universitätskliniken Münster und Halle wieder an der Entwicklung einer Verhütungsspritze gearbeitet, die vorübergehend die Spermienbildung unterbinden soll. 2015 – so die optimistische Schätzung – könnte das Produkt auf den Markt kommen. Wir behalten das im Auge!!!

Verhütung im Langzeitzyklus: Pause von der Pause

Montag, 21. September 2009

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In den Anfangsjahren der „Anti-Baby-Pille“ war es noch üblich, eine regelmäßige längere Einnahmepause einzulegen. Für mindestens einen Monat war Schluss mit lustig. Der Zyklus sollte sich zwischendurch normalisieren. Erst wenn sich zeigte, dass ein Eisprung stattfindet, konnte die Pille weiterhin eingenommen werden.

Aus medizinischen Gründen war diese Vorsichtsmaßnahme verständlich. Die Hormondosis, die die Frauen damals täglich schluckten, war hoch und Erfahrungen mit langfristigen Fruchtbarkeitsstörungen lagen noch nicht vor. Die deutlich niedriger dosierte Pille von heute erspart uns diese Form der Einnahmepause – und damit manch eine unerwünschte Schwangerschaft. Was bleibt, ist die „normale“ Pillenpause, in der die Verhütung weiterhin gesichert ist. Drei Wochen Pille, eine Woche Pause. Somit kommt es zu einer Abbruchsblutung, die Menstruation kann regelmäßig stattfinden.

Immer häufiger jedoch nehmen Frauen die Pille „durch“. Sie lassen die Pause weg und können damit die Blutung verschieben. Für Frauen, die unter Menstruationsbeschwerden leiden, bedeutet der sogenannte Langzeitzyklus eine große Erleichterung. Bei Endometriose oder menstruationsbedingter Migräne z.B. wird die durchgehende Einnahme der Pille sogar medizinisch empfohlen.

Für viele andere ist die dauerhafte Pilleneinnahme eine Form der körperlichen Selbstbestimmung. Wer im Urlaub auf Binden und Tampons verzichten möchte, kann so die Regel leicht unterdrücken. Eine langfristige Hormoneinnahme ohne jegliche Unterbrechung ist aber problematisch, denn häufig kommt es zu Zwischenblutungen. Studien über mögliche Langzeitfolgen gibt es noch nicht.

Achtung, keine Experimente! Nicht jede Pillensorte eignet sich zur Einnahme im Langzeitzyklus. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!

(Foto: istockphotocom_shantell)

Notbremse: Die „Pille danach“

Dienstag, 04. August 2009

Pille vergessen, Kondom abgerutscht, Verstand ausgeschaltet – es gibt die unterschiedlichsten Verhütungsfehler. Immer gleich ist die anschließende Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Eine Möglichkeit, im Nachhinein noch die Notbremse zu ziehen, ist die „Pille danach“. Je nach Produkt besteht sie aus ein oder zwei Tabletten, die das Hormon Levonorgestrel enthalten. Bis zu 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann dieses Hormon den Eisprung verhindern oder verzögern.
Je früher die „Pille danach“ eingenommen wird, desto wirksamer ist sie. Eine Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden verhindert 9 von 10 möglichen Schwangerschaften. Bei einer Einnahme am dritten Tag, also nach 48 – 72 Stunden, können ungefähr 6 von 10 Schwangerschaften verhindert werden.

Als regelmäßiges Mittel zur Empfängnisverhütung eignet sich die „Pille danach“ nicht, denn sie ist teurer, unsicherer und weniger verträglich als andere Verhütungsmittel. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Brustspannen und Müdigkeit. Ernste Gesundheitsrisiken sind nicht bekannt.

Auf die Einnistung einer schon befruchteten Eizelle oder auf eine bereits bestehende Frühschwangerschaft hat die „Pille danach“ keinen Einfluss. Mit der „Abtreibungspille“, die zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wird, ist sie nicht zu vergleichen.


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