Mit ‘Verhütung’ getaggte Artikel

Intrauterine Verhütung: Warum heißt die Spirale Spirale?

Dienstag, 28. Juni 2016

Am Anfang war die „Spirale“ ein Kreis. Vor etwa 100 Jahren bastelte ein Dr. Gräfenberg aus Seidenfaden und Silberdraht das erste intrauterine Verhütungsmittel: den Gräfenberg-Ring. (Gräfenberg war auch der Entdecker/Erfinder (?) des G-Punktes – aber das nur nebenbei …)

Die „Ring-Spirale“ aus Silber und Seide konnte sich allerdings als Verhütungsmethode nicht etablieren. Zu häufig kam es zu Reizungen oder Entzündungen der Gebärmutter. Dem Ur-Ring Gräfenbergs folgten also neue Modelle, von denen man sich eine bessere Verträglichkeit erhoffte. Die Formenvielfalt, mit der man experimentierte, ist beeindruckend: Neben dem Gräfenberg-Omega (ein offenes O mit Füßen) und vielen anderen bizarren Figuren gab es beispielsweise den „kopflosen Körper mit Knickfuß“, den „Tannenbaum mit Knick“ oder das „Antigon mit Flügeln“.

1960 tauchte schließlich die Spiralform auf. Aus Kupferdraht gebogen erwies sie sich als wirksam und praktikabel. Auch wenn die modernen Kupferspiralen mittlerweile die Form eines T oder einer kleinen Kette (Gynefix) haben, so ist der Name „Spirale“ als allgemeine Bezeichnung der Intrauterinpessare (IUP) geblieben.

Auch fast 60 Jahre nach der „Urmutter“ aller Spiralen wird an der Formgebung gearbeitet, um IUPs verträglicher zu machen. Die neueste Entwicklung ist zur runden Form zurückgekehrt: Der Kupferperlen-Ball (Intrauterin-Ball, IUB) verbindet modernes High-Tech-Material mit der klassischen Kugelform.

Intrauterine Verhütungsmittel

(Bild: ©2007 vienna, muvs.org)

Intra-uterin-Ball (IUB): Die neue Spirale

Mittwoch, 15. Juni 2016

Kupferperlen-Ball_kl.Neuigkeiten in Sachen Verhütung!

Es gibt eine neue Spirale: rund und flexibel, ohne Ecken und Kanten, ein kleines kugeliges Gebilde, das frei beweglich in der Gebärmutterhöhle für die Verhütung sorgt.

Der Intrauterin-Ball (IUB) oder auch Kupferperlen-Ball ist der Newcomer unter den nicht-hormonellen, intrauterinen Verhütungsmitteln. In Österreich bereits seit 2014 auf dem Markt ist der IUB nun auch in Deutschland erhältlich – ein interessantes Angebot für alle, die eine sichere und langfristige Verhütungsmethode suchen.

Eine kurze Produktbetrachtung lohnt sich, denn der IUB scheint ein wahrer Tausendsassa zu sein. Eigentlich ist der Ball nämlich eine Kette, 17 kleine Kupferperlen aufgereiht auf einen biegsamen Trägerfaden – eine dünne Angelegenheit, über ein schmales Plastikröhrchen (Ø 3,2 mm) schonend in die Gebärmutterhöhle einzuführen.

Der Clou: Während der Trägerfaden mit den Kupferperlen in die Gebärmutterhöhle eingebracht wird, ringelt er sich von selbst zu einem kugeligen Gebilde zusammen (Ø 1,5 cm), was ein Herausrutschen unwahrscheinlich macht. Eine Fixierung wie bei der Gynefix-Kupferkette ist somit nicht notwendig.

Den Kupferperlen-Ball können Sie sich bei uns in der Praxis legen lassen – auf Wunsch auch in einer kurzen Vollnarkose.


www.kupferperlenball.de

Thrombose-Risiko Pille

Sonntag, 01. November 2015

Thrombose-Risiko PilleDie Einnahme der Pille ist mit einem erhöhten Thrombose-Risiko verbunden. Das ist seit Jahren bekannt. Dennoch ist die Anti-Baby-Pille das Verhütungsmittel Nr. 1. Allein in Deutschland verhüten sechs Millionen Frauen mit einem hormonellen Kontrazeptivum.

Da jedoch auch andere Faktoren wie z.B. Übergewicht, Rauchen und Alter das Thrombose-Risiko beeinflussen, ist Suche nach einer sicheren Verhütungsmethode auch eine Sache der Abwägung und eine individuelle Entscheidung.

Die Pille mit ihren riskanten Nebenwirkungen ist nun wieder neu in die Diskussion geraten. Grund dafür sind die Pillensorten der so genannten dritten und vierten Generation, die synthetische Gestagene wie Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon enthalten. Dass die neuen Pillen keine besseren Pillen sind, zeigte sich schnell an einer steigenden Zahl von Thrombosefällen. Untersuchungen der amerikanischen und europäischen Arzneimittelbehörden haben die erhöhte Gefährdung durch die modernen Pillen bestätigt.

Die Debatte um die hormonellen Verhütungsmittel wird selbstverständlich auch im Internet geführt:

Eine gute Entscheidungshilfe für alle, die ohne Hormone verhüten möchten,
ist der
Spiralenfinder

(Bild: ©istockphoto.com_gilaxia)

PilleReminder: Empfehlenswerte App fürs Handy

Dienstag, 29. September 2015

pille-bearbSeit Neuestem gibt es über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine gute Erinnerungs-App für die tägliche Pilleneinnahme. Die Anwendung „Vergissmeinnicht“ ist kostenlos und ohne Werbung. „Vergissmeinnicht“ wurde für Android-Geräte entwickelt und kann unter www.bzga.de/vergissmeinnicht heruntergeladen werden.

Die App funktioniert denkbar einfach: Je nachdem, welches Pillenpräparat die Frau einnimmt, kann sie in den Einstellungen zwischen einer 21- oder 28-Pillen-Packung wählen. Dann muss nur noch mittels der Kalenderfunktion der aktuelle Zyklustag eingegeben und die gewünschte Einnahmezeit eingestellt werden. Das „Memo“ von „Vergissmeinnicht“ erinnert dann täglich zur festgelegten Zeit an die Pille.

(Bild: istockphoto.com_Shantell)

Pille für den Mann: Maus müsste man sein!

Mittwoch, 08. Juni 2011

pille_fuer_mannLiebe, Lust und Leidenschaft sind – meistens jedenfalls – gemeinschaftliche Vergnügungen. Das hat die Natur so eingerichtet. Zur Liebe gehören immer zwei. Zum Kinder zeugen auch!
Wenn es allerdings darum geht, eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhüten, dann ist meist nur einer der beiden Partner gefragt: Verhütung ist in fast allen Beziehungen Frauensache.

Doch das soll nun anders werden. Bei den Mäusen ist es schon so weit. In den USA haben Forscher einen Wirkstoff entwickelt, der die Produktion der Spermien vorübergehend stoppt – zumindest bei den Mäusemännchen. Sollte sich die Mäusepille auch bei langfristiger Einnahme als unschädlich erweisen, könnten die ersten klinischen Studien für den Einsatz beim Menschen beginnen.

Zweifel am Erfolg sind angebracht. Versprechungen dieser Art gibt es seit Jahren, auf die Pille für den Mann warten wir immer noch. Maus müsste man sein!

Gynefix-Kupferkette: Erfahrungsaustausch auf Facebook

Freitag, 10. Dezember 2010

Gynefix, KupferketteDie Gynefix Kupferkette ist Facebook „beigetreten“. Damit bietet sich für alle Gynefix-Userinnen und Gynefix-Interessierte eine gute Möglichkeit, Notizen zu hinterlassen, Kommentare abzugeben und Erfahrungen über alternative, hormonfreie Verhütung auszutauschen.

Gynefix auf Facebook

Pille West und Pille Ost: deutsch-deutsche Verhütung

Sonntag, 03. Oktober 2010

3. Oktober – heute ist ein besonderer Tag. Heute schreibe ich einen Blog zur deutschen Einheit. Das bin ich dem historischen Datum schuldig. Auf den ersten Blick mag das für einen Praxisblog unpassend sein. Aber die deutsch-deutsche Vergangenheit hat viele Facetten. Auch eine gynäkologische.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Geschichte der Verhütungsmittel. 1961 kam in der Bundesrepublik Deutschland das erste hormonelle Kontrazeptivum auf den Markt: die Pille. Ihre Einführung glich einer gesellschaftlichen Revolution und löste anfangs kontroverse Diskussionen über den Verfall der Werte und den Niedergang der Familie aus.

Vier Jahre später war es auch jenseits der Mauer soweit. 1965 wurde in der DDR das neue hormonelle Verhütungsmittel zugelassen und staatlich gefördert. Ab 1972 erhielten die ostdeutschen Frauen die Pille kostenlos. Aus arbeitsmarktpolitischen und ideologischen Gründen eine konsequente Maßnahme. Die Erwerbstätigkeit der Frauen war eine wirtschaftliche Notwendigkeit und ein wichtiger Aspekt im sozialistischen Selbstverständnis der DDR.

Interessantes Detail der deutsch-deutschen Sprachgeschichte: Während das neue Verhütungsmittel im Westen schnell unter dem Namen „Anti-Baby-Pille“ bekannt wurde, entschied man sich im Osten für die Bezeichnung „Wunsch-Kind-Pille“.

(Bild: istockphoto.com_Shantell)

Goldspirale und Gold-Lily: Kleine Metallkunde, Teil 2

Sonntag, 26. September 2010

Gold ist mehr als nur ein Element. Gold ist ein Symbol. Unbestritten nimmt Gold unter den Metallen eine Sonderstellung ein. Seit Jahrtausenden hat sein Glanz die Menschen verzaubert. Seine Seltenheit hat es zu einem der kostbarsten Güter überhaupt gemacht. Gold ist ein Sinnbild für Reichtum wie für Reinheit. „Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles…“ – womit Johann Wolfgang von Goethe wie immer goldrichtig lag.

Geht es um die Wirkung einer Goldspirale, sind philosophische Betrachtungen weniger wichtig. Hier zählen die physikalischen und biochemischen Eigenschaften des edlen Metalls. Und diese machen Gold zu einem hervorragenden Werkstoff für die mechanische Bearbeitung. Gold ist zwar auffallend schwer, aber relativ weich, leicht zu schmelzen und gut mit vielen anderen Metallen zu legieren. Vor allem aber: Gold ist korrosionsbeständig. Gold rostet nicht.

Diesen Vorteil hat man sich bei der Entwicklung der Goldspirale – die genau genommen eine Gold-Kupfer-Spirale ist – zunutze gemacht. Das Edelmetall verlängert die Lebensdauer der Kupferdrahtwicklung, und damit die verhütende Wirkung der Kupferionen. Zudem soll der Goldanteil entzündungshemmend wirken und das Risiko einer Gebärmutterinfektion senken.

intrauterine Verhütungsmittel, Goldspirale

(Bild: ©istockphoto.com_koun.jpg)

Kupfer-T und Kupferkette: Kleine Metallkunde, Teil 1

Sonntag, 19. September 2010

IUP GYN-Königstr.70, Stuttgart Warum enthalten eigentlich alle Spiralen (außer den Hormonspiralen) Kupfer? Wieso macht ausgerechnet Kupfer die Spirale zu einem wirksamen Verhütungsmittel? Eigentlich eine interessante Frage. Doch ohne ein wenig Physik und Chemie nicht zu beantworten. Seinerzeit nicht gerade meine Lieblingsfächer, versuchen wir es dennoch:

Kupfer ist ein Schwermetall. Doch anders als plumpes Blei ein edles dazu. Nicht ganz so edel wie Gold und Silber, aber halbedel immerhin. Es ist weich, leicht zu verarbeiten und bruchfest. Ein guter Leiter für Wärme und Elektrizität, ein ideales Material für Technik und Präzision.

Entscheidend für die Wirkung einer Spirale sind jedoch die bakteriziden (Bakterien tötenden) Eigenschaften des rötlichen Metalls. Kupfer wirkt auf viele Mikroorganismen bereits in einer kleinen Dosis toxisch. Kupferionen, die von einer Spirale in die Gebärmutter abgegeben werden, beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

Auch in nicht-medizinischen Bereichen werden die keimtötenden Eigenschaften kupferhaltiger Werkstoffe genutzt: So bestehen Rohrleitungen häufig aus Kupfer, um eine Entwicklung schädlicher Keime im Trinkwasser zu verhindern. Dazu passend ein praktischer Tipp für den Alltag: Eine kupferhaltige Münze (z.B. ein 5-Cent Stück) im Blumenwasser hält den Strauß länger frisch, weil die Stiele nicht so schnell faulen.

Für höhere Organismen ist Kupfer in geringen Mengen unschädlich. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit sind nicht zu befürchten. Im Gegenteil: Kupfer ist für Menschen ein lebensnotwendiges Spurenelement – enthalten in Nüssen, Getreide, Gemüse, Leber und Schokolade. Und in Spiralen.

hormonfreie Verhütung: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlenball

Die Pille für den Mann: Neue Hoffnung?

Mittwoch, 24. Februar 2010

Das Wichtige vorweg: Nein, die Pille für den Mann gibt es noch nicht. Lange war sie uns versprochen, aber sie ist immer noch nicht auf dem Markt.

Dabei stand der Durchbruch schon einmal kurz bevor. Mit einer Kombination aus Hormonimplantat und regelmäßigen Spritzen sollte der verantwortungsvolle Partner für die Zeugungsverhütung sorgen. Das Produkt war bereits in der Erprobungsphase. Ganz ehrlich: Es wäre schön gewesen, nach all den Jahren der Pillenschluckerei, einfach sagen zu können „Schatz, ab heute bist du dran!“

Doch dann war der Traum erst einmal ausgeträumt. Das Ergebnis der Testphase war ernüchternd: Zu kompliziert in der Anwendung, zu heftig in den Nebenwirkungen. Kein Mann hätte sich ernsthaft auf ein solches Abenteuer eingelassen. Vor drei Jahren zogen sich die Pharmafirmen aus der Erforschung eines hormonellen Verhütungsmittels für den Mann zurück.

Nun aber gibt es einen neuen Anlauf und damit neue Hoffnung auf Gleichberechtigung in Verhütungsfragen. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird an den Universitätskliniken Münster und Halle wieder an der Entwicklung einer Verhütungsspritze gearbeitet, die vorübergehend die Spermienbildung unterbinden soll. 2015 – so die optimistische Schätzung – könnte das Produkt auf den Markt kommen. Wir behalten das im Auge!!!


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