Die Zeit im Wochenbett

Die ersten Wochen nach der Geburt sind oft nicht einfach. Körper und Seele brauchen Zeit, um sich umzustellen. Etwa 70 Prozent der Frauen leiden unter einer leichten Wochenbettdepression („Baby-Blues“). Auch körperliche Beschwerden wie Nachwehen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Dammbereich, Wundschmerzen nach einem Kaiserschnitt und Brustschmerzen durch Milcheinschuss oder wunde Brustwarzen sind völlig normal.

Nehmen Sie sich Zeit und geben Sie möglichst viele Aufgaben ab. Es kann einige Wochen dauern, bis Sie wieder bei Kräften sind und sich seelisch und körperlich an die neue Situation gewöhnt haben.

Stillen oder Flasche?

Ob Sie stillen, wie lange Sie stillen oder ob Sie Ihrem Kind von Anfang an die Flasche geben, ist Ihre persönliche Entscheidung, die jeder respektieren sollte. Jede Frau kann stillen, aber keine ist dazu verpflichtet. Es gibt zahlreiche gute Gründe, die für das Stillen sprechen. Stillen ist praktisch und hat für Mutter und Kind viele gesundheitliche Vorteile. Vor allem ist es aber auch ein ganz besonderes inniges und zärtliches Erlebnis, das viele Mütter in ihrem Leben nicht missen möchten.

Sollte das Stillen zu Anfang nicht recht klappen, lassen Sie sich nicht entmutigen. Vieles muss sich in den ersten Wochen noch einspielen. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder einer stillerfahrenen Mutter beraten.

Ausführliche Informationen und hilfreiche Tipps gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e.V. und auf der Seite kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Schmerzen durch Dammriss oder Dammschnitt

Schmerzen im Dammbereich gehören zu den häufigsten Schmerzen im Wochenbett. Das Bindegewebe und die Muskeln zwischen Scheide und Steißbein werden bei einer Geburt stark strapaziert. Oft reißt der Damm auch ein oder der Arzt setzt einen gezielten Schnitt, damit das Baby leichter zur Welt kommen kann. Auch wenn Sie die Geburt ganz ohne Riss oder Naht am Damm überstanden haben, ist es normal, dass die Scheide sich in den ersten Tagen wund anfühlt und druckempfindlich ist.

Das hilft: Besondere Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, die Ihnen die Hebamme zeigen kann, können die Heilung von Schnitten und Nähten beschleunigen. Sorgen Sie durch eine balaststoffreiche Ernährung für weichen Stuhlgang. Cremen Sie den Anus vor dem Gang zur Toilette mit Vaseline ein, um die Belastung des Damms so gering wie möglich zu halten.

Eispackungen bringen eine kurzfristige Erleichterung, sind aber nur als vorübergehende Hilfe empfehlenswert, da die Kälte den Heilungsprozess verlängern kann. Besser als Kälte wirken lokale Betäubungsmittel wie Lidocainspray oder -gel, die der Arzt verschreiben kann. Auch Tabletten mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen können Sie nach Absprache mit dem Arzt einnehmen. Die meisten Frauen empfinden auch Sitzbäder als sehr wohltuend. Offenbar ist es aber vor allem die Wärme des Wassers, die schmerzlindernd wirkt. Für den heilenden Nutzen von Badezusätzen wie zum Beispiel Lavendel- oder Arnikaöl gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis.

Sexualität und Paarbeziehung

 Die Frage, wann nach der Entbindung der Geschlechtsverkehr wieder aufgenommen werden kann, stellt sich spätestens dann, wenn die Eltern wieder etwas mehr Zeit für sich haben. Direkt nach der Geburt des Kindes sind sie durch die Betreuung des Neugeborenen oft noch sehr beansprucht. Die Lust darauf, miteinander zu schlafen, kommt meist erst nach einigen Wochen oder auch Monaten. Wann immer der Zeitpunkt gekommen ist, dürfen Sie ihren Bedürfnissen nachgeben.

Gerade Frauen haben längere Zeit nach der Entbindung keine Lust auf Sex. Von den Anstrengungen der Geburt sind sie häufig noch erschöpft. Durch die Pflege des Babys, die oft auch mit Schlafmangel verbunden ist, fühlen sie sich ausgelaugt. Die Versorgung bereits vorhandener Geschwister kann zusätzlich an den Kräften zehren. So bleibt weder Zeit noch Energie für den Partner. Das kann die Paarbeziehung natürlich belasten.
Es gibt aber auch Frauen, die sich gerade jetzt kraftvoll fühlen. Sie sind stolz auf die vollbrachte Leistung, fühlen sich attraktiv und anziehend und können erotische Situationen noch mehr genießen als vor der Schwangerschaft.

Achten Sie auf sich und Ihre Gefühle. Bleiben Sie mit Ihrem Partner im Gespräch. So können Sie herausfinden, wann für Sie beide der Zeitpunkt für die Belebung sexueller Aktivitäten gekommen ist.

 

 

www.familienplanung.de

Die Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
mit Informationen für die Zeit nach der Geburt.

 

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