Fruchtbarkeit und Kinderwunsch

Viele Paare erwarten, dass eine Schwangerschaft eintritt, sobald das Verhütungsmittel abgesetzt ist. Doch die menschliche Fortpflanzung ist ein sehr komplexes Geschehen und erfordert manchmal etwas Geduld. Die  Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt pro Monatszyklus nur bei etwa 30 Prozent. Ein Drittel aller Frauen muss sogar länger als ein Jahr warten, bis sich eine Schwangerschaft einstellt. Mehrmonatige Wartezeiten sind also noch kein Grund zur Besorgnis. 

Frauen, die den Grad ihrer Fruchtbarkeit und damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ermitteln lassen möchten, können sich ihren individuellen Fertilitätsindex errechnen lassen.

Eine Befruchtung ist nur an 5 - 6 Tagen im Zyklus möglich. Die günstigste Zeit beginnt 2 - 3 Tage vor dem Eisprung und endet 2 Tage danach. Mit dem Eisprungrechner können Sie den idealen Empfängniszeitraum bestimmen. 

Paare, die sich ein Kind wünschen, können ihre Fruchtbarkeit durch eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebenswandel positiv beeinflussen:

Vermeiden Sie schwere körperliche Belastung!

Körperliche Bewegung tut gut und hält gesund. Extreme sportliche Anstrengungen jedoch können sowohl bei Frauen als auch bei Männern den Hormonhaushalt durcheinander bringen und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Ernähren Sie sich gesund!

Eine gesunde Ernährung unterstützt den Körper und seine Funktionen, indem sie ihn mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Wer sich vollwertig und ausgewogen ernährt, kann auf Nahrungsergänzungsstoffe verzichten. Ausnahme: Bereits vor einer Schwangerschaft ist die Einnahme von Folsäure empfehlenswert, damit ist das Ungeborene schon in der frühen Schwangerschaft optimal versorgt. Studien zeigen die Wichtigkeit von Folsäure zur Vorbeugung eines Neuralrohrdefekts ("offener Rücken") beim ungeborenen Kind.

Reduzieren Sie Stress!

Nicht jedem Stress kann man entgehen und nicht jeder Stress ist ungesund. Eine zu große Arbeitsbelastung, zu viel Hektik oder ernste Sorgen können allerdings die sexuelle Lust mindern und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Erschöpfungszustände und Nervosität sind Anzeichen für ungesunden Stress. In solchen Fällen können bewusste Ruhepausen im Alltag, ein Urlaub oder auch Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training helfen.

Geben Sie das Rauchen auf!

Rauchen vermindert nachweislich die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern. Nikotin ist ein Gift das viele Körperfunktionen negativ beeinflusst. Im Falle einer Schwangerschaft  schadet das Nikotin dem Ungeborenen. Statistisch gesehen, sind die Neugeborenen von Raucherinnen häufiger untergewichtig und mangelernährt. 

Genießen Sie Alkohol nur in Maßen!

Mäßiger Alkoholkonsum scheint die Fortpflanzungsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Werden allerdings über längere Zeit hinweg größere Alkoholmengen eingenommen, wird die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt. Während der Schwangerschaft sollte die Frau wegen der Gefahr von Fehlbildungen beim Ungeborenen ganz auf Alkohol verzichten. Kaffee, Tee oder andere koffeinhaltige Getränke im Übermaß sind ebenfalls ungesund. 

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Starkes Übergewicht oder starkes Untergewicht haben Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Sowohl bei übergewichtigen also auch bei sehr mageren Frauen kommt es häufig zu einem hormonellen Ungleichgewicht und zu Zyklusstörungen. Wenn es den Betroffenen gelingt, ihr Gewicht zu regulieren, normalisiert sich im Allgemeinen auch der Hormonhaushalt.

Schützen Sie sich gegen eine Rötelninfektion! 

Eine Ansteckung mit Röteln in der Schwangerschaft kann das Ungeborene schwer schädigen. Deshalb ist es für eine Frau mit Kinderwunsch ratsam, durch eine Blutuntersuchung feststellen zu lassen, ob sie gegen Röteln immun ist. Anderenfalls sollte sie sich zur Sicherheit vor dem Eintritt einer Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen.

 

 

 

www.familienplanung.de

Die Internetseite der Bundeszentrale für Gesundheit (BZgA) zum Thema Kinderwunsch.

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