Schwangerschaftsdiabetes

Etwa 5 bis 10 % aller werdenden Mütter entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen Diabetes, den so genannten Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Der Gestationsdiabetes ist eine vorübergehende Form der Zuckerkrankheit, die nur während der Schwangerschaft auftritt und sich nach der Entbindung wieder zurückbildet. Zu dieser Störung des Kohlehydratstoffwechsels kann es kommen, wenn eine unzureichende Insulinproduktion die hormonell bedingte Erhöhung des Blutzuckerspiegels nicht mehr ausgleichen kann.

Risikofaktoren

  • Alter der Mutter über 30
  • Übergewicht
  • Familiäre Vorbelastung
  • Vorangegangene Geburt eines Kindes über 4.500g
  • Vorangegangene Fehlgeburten oder Totgeburt
  • Zuckerstoffwechselstörung bei früheren Schwangerschaften
  • Bluthochdruck

Vorbeugung

Folgende Faktoren wirken sich vorbeugend gegen einen Schwangerschaftsdiabetes aus:

  • Körperliche Aktivität / Sport
  • Zuckerarme Ernährung
  • Verzicht auf süße, zuckerhaltige Getränke
  • Bei einer gesunden Ernährung mehr Gemüse als Obst essen

Folgen für Mutter und Kind

Ein hoher Blutzuckerspiegel kann für Mutter und Kind gefährlich werden.

Bei  Schwangeren kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • vermehrtes Auftreten von Harnwegsinfekten
  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • erhöhte Fruchtwassermenge
  • vorzeitige Wehen
  • Entbindung durch Kaiserschnitt ist häufiger
  • Neigung zu Fehl- ode Totgeburten


Für das ungeborene Kind bestehen folgende Gefahren:

  • erhöhte Insulinproduktion
  • verstärktes Wachstums (zu groß und zu schwer)
  • Unreife (besonders der Lungen)
  • Neugeborenengelbsucht
  • häufiger Frühgeburten
  • Unterzuckerung nach der Geburt
  • Atemnotsyndrom

Symptome und Diagnose

Da der Schwangerschaftsdiabetes in aller Regel keine Beschwerden verursacht, bleibt er häufig unentdeckt. Man geht davon aus, dass etwa 50% der Diabetesfälle übersehen werden. Verdachtsmomente für einen Gestationsdiabetes können sich aus der Eigen- oder Familienanamnese, einer vorherigen Geburt sehr schwerer Kinder, der Urinuntersuchung (Ausscheidung von Zucker) und der Ultraschalluntersuchung ergeben.

Über einen oralen Glukose-Toleranz-Test lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes sicher diagnostizieren.

Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes

Wird ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, überweisen wir die werdende Mutter zur Mitbehandlung an einen Diabetologen. Bei einer leichten Erhöhung des Blutzuckers ist im Allgemeinen eine Ernährungsumstellung ausreichend. In einigen Fällen ist eine Insulintherapie notwendig. Eine konsequente Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte ist unbedingt erforderlich. Gelingt es, die Blutzuckerwerte im Normbereich zu halten, lassen sich sämtliche Komplikationen vermeiden.

 

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